LRin Winkler: Landesfrauenreferentinnenkonferenz in Frauenkirchen setzt Impulse für Gewaltschutz, Gendermedizin und Lohntransparenz
FRAUENKIRCHEN – Bei der Landesfrauenreferentinnenkonferenz in Frauenkirchen haben die Frauenreferentinnen aller Bundesländer über Gewaltschutz, Gendermedizin und Lohntransparenz beraten. Als Vorsitzende der Konferenz lud Landesrätin Daniela Winkler ein und machte zwei Schwerpunkte fest: Gleichberechtigung und den Schutz vor Gewalt.
„Wenn wir in der Gesellschaft über Frauenthemen und die Stellung der Frauen diskutieren, kommen wir sehr oft zu zwei Punkten, die Frauen – Gleichberechtigung und Gewalt. Gleichberechtigung auf gesellschaftlicher, gesundheitlicher und wirtschaftlicher Ebene, und Gewalt, die Frauen in unterschiedlichen Formen erleiden“, betonte Winkler. Das Ergebnis der Konferenz ist ein klarer Handlungsauftrag an die Bundesregierung zur Stärkung der Gleichberechtigung und für mehr Sicherheit von Frauen.
Digitale Gewalt: EU-Richtlinie und Safety by Design
Ein Schwerpunkt aus dem Burgenland gilt der konsequenten Bekämpfung digitaler Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Digitalisierung bringe neue Missbrauchsformen wie KI-generierte sexualisierte Deepfakes, Cyberstalking oder heimliche Überwachungen etwa durch Smart Glasses mit sich. Die Konferenz fordert die fristgerechte und vollständige Umsetzung der EU-Gewaltschutzrichtlinie bis Juni 2027, das Ausräumen von Strafbarkeitslücken unter anderem beim Besitz non-konsensualer Inhalte, die Verankerung des Prinzips „Safety by Design“ für KI-Entwickler sowie die Einführung eines digitalen Hilfe-Buttons auf Social-Media-Plattformen.
Die steirische Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom begründete den Antrag der Steiermark zum Thema digitale Gewalt: „Der Schutz vor digitaler Gewalt ist eine der zentralen frauenpolitischen Herausforderungen unserer Zeit. Die technischen Möglichkeiten entwickeln sich rasant weiter – unser rechtlicher Schutz muss damit Schritt halten.“ Gefordert würden klare Regeln für neue Technologien, mehr Verantwortung für Hersteller und Plattformbetreiber sowie eine Anlaufstelle, die Betroffene bei der Sicherung digitaler Beweise unterstützt.

Sicherheit im öffentlichen Raum und vor Gericht
Für die Salzburger Landesrätin Daniela Gutschi hat die Sicherheit im öffentlichen Raum Priorität. „Unser Ziel ist, dass Frauen in jeder Lebenslage sicher sind, ob am Heimweg, in der eigenen Wohnung oder auch vor Gericht. Wer sich am Nachhauseweg unsicher fühlt, wer psychische Gewalt erlebt oder wer als Gewaltopfer vor Gericht steht, soll künftig besser geschützt sein.“ Dazu sollen ein bundesweites kostenloses Heimwegtelefon, die Möglichkeit, die gemeinsame Wohnung ohne rechtliche Nachteile zu verlassen, und wirksamer Schutz in Pflegschaftsverfahren beitragen. Der Antrag wurde laut Gutschi einstimmig mitgetragen.
Gender Medizin: Lehrgang österreichweit ausrollen
Ein weiterer Antrag aus dem Burgenland betrifft die österreichweite Ausrollung des Lehrgangs „Gender Medizin“. Über Jahrzehnte hinweg diente der männliche Körper als medizinischer Standard, was bis heute zu Fehldiagnosen und einer schlechteren Versorgung von Frauen führt. Gefordert wird, die geschlechtersensible Medizin fest in der Frauengesundheitsstrategie zu verankern und den von der Ärztekammer approbierten Diplomlehrgang „Gender Medicine“ flächendeckend in ganz Österreich auszurollen und finanziell abzusichern.
„Über Jahrzehnte hinweg war in der Medizin der männliche Körper die Norm, sei es bei Studien, Krankheitsdiagnosen, Medikamententests oder Dosierungen. Diese sogenannte ‚Gender Data Gap‘ führt bis heute dazu, dass Frauen oft fehldiagnostiziert oder verspätet richtig behandelt werden. Das ist ein untragbarer Zustand“, kritisierte Landesrätin Winkler.
Lohntransparenz gegen Gender Pay Gap
Neben physischem und digitalem Schutz stand die wirtschaftliche Unabhängigkeit im Fokus. Die Konferenz fordert die zügige nationale Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie, um den Gender Pay Gap und in der Folge den Gender Pension Gap rasch zu schließen.
„Der Gender Pay Gap, der Gender Pension Gap und die extrem ungleiche Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit belasten Frauen im Alltag sehr stark, und das zum Teil ein Leben lang. Wir fordern daher eine strikte Lohntransparenz zur raschen Schließung der Einkommensschere“, so die Konferenzvorsitzende.
Landesfrauenreferentinnenkonferenz in Frauenkirchen (v.l.): Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger (Kärnten), Landesrätin Barbara Schöbi-Fink (Vorarlberg), Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (NÖ), Landesrätin Daniela Winkler, Landesrätin Daniela Gutschi (Salzburg), Stadträtin Elke Hanel-Torsch (Wien), Landeshauptmann-Stv.in Manuela Khom (Steiermark) und Landesrätin Eva Pawlata (Tirol).
Mehr zum Thema auf B24: Equal Pay Day 2026, Pink Ribbon Charity-Frühstück, Frauenkunsthandwerksmarkt 2026.
Quelle: Landesmedienservice Burgenland
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
Mehr Aktuelles aus dem Burgenland gibt’s hier, jetzt auf B24 entdecken!
Autor
Das könnte Dich auch interessieren

