LH-Stvin Haider-Wallner: Ökologische Spielregeln für Datencenter Nickelsdorf
EISENSTADT – Pläne für einen Datencenter-Campus in Nickelsdorf werfen Fragen zu Energie, Wasser und Boden auf. Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner betont, dass Datencenter eine wirtschaftliche Chance sein können, ökologische Auswirkungen großer Projekte aber von Beginn an berücksichtigt und begrenzt werden müssen. Die zehn Umsetzungskriterien der Landesregierung sollen nun verbindlich im burgenländischen Raumplanungsgesetz verankert werden.
„Datencenter können eine wirtschaftliche Chance sein, gleichzeitig haben große Projekte Auswirkungen auf Energie, Wasser und Boden. Deshalb setzen wir von Beginn an klare ökologische Grenzen. Zusätzlicher Energiebedarf muss mit zusätzlicher erneuerbarer Energie verbunden sein, beim Wasserverbrauch ziehen wir eine klare Obergrenze ein. Auch Flächenverbrauch, Kühlung und Nachnutzung müssen von Anfang an mitgedacht werden. Digitalisierung und Nachhaltigkeit dürfen kein Widerspruch sein“, so LH-Stvin Haider-Wallner.
Zusätzliche Energie aus Erneuerbaren im Burgenland
Im Zentrum steht die Vorgabe, dass zusätzlicher Energiebedarf durch zusätzliche erneuerbare Energie aus dem Burgenland gedeckt werden muss. Der Ausbau von Datencentern dürfe weder für die Bevölkerung noch für die heimische Wirtschaft zu teurerem Strom führen. Digitalisierung und Nachhaltigkeit müssten gemeinsam gedacht werden.
„Jeder Quadratmeter gesunder Boden zählt“
Beim Flächenverbrauch setzt das Land auf eine Begrenzung auf das notwendige Minimum. Die Reduktion gegenüber dem ursprünglich geplanten Gewerbepark wertet Haider-Wallner als Schritt in die richtige Richtung – mit klarer Mahnung:
„Trotzdem gilt: Jeder Quadratmeter gesunder Boden zählt. Gerade im Burgenland müssen wir sorgsam mit dieser begrenzten Ressource umgehen.“
Wasser: transparente und verbindliche Obergrenzen
Beim Wasserverbrauch fordert die Landeshauptmann-Stellvertreterin transparente und verbindliche Grenzen. Ein geschlossener Kühlwasserkreislauf sei eine wichtige Voraussetzung. Offenheit darüber, wie viel Wasser benötigt wird, woher es kommt und welche langfristigen Auswirkungen auf die Region zu erwarten sind, sei angesichts zunehmender Trockenperioden unerlässlich – offene Fragen dürfe es hier nicht geben.
Zehn Kriterien sollen Gesetz werden
Wo der Bund bei konkreten gesetzlichen Regelungen noch hinterherhinke, gehe das Burgenland voran: Die zehn Umsetzungskriterien der Landesregierung seien ökologische Leitplanken, die nun über das Raumplanungsgesetz verbindlich gelten sollen. Gerade weil künftig weitere Datencenter entstehen dürften, brauche es klare Spielregeln von Anfang an.
„Es reicht nicht, gute Kriterien aufzustellen. Sie müssen auch verbindlich gelten und in der Praxis eingehalten werden. Deshalb ist die Verankerung unserer zehn Punkte im Raumplanungsgesetz der nächste wichtige Schritt. Gerade weil in Zukunft weitere Datencenter entstehen werden, brauchen wir klare Spielregeln, die von Anfang an gelten“, betont Haider-Wallner.
Landeshauptmannstellvertreterin Anja Haider-Wallner. Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
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Quelle: Landesmedienservice Burgenland
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
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