Rechnungsabschluss 2025: Burgenland um 39 Millionen Euro besser als budgetiert – AA-Rating bestätigt
EISENSTADT – Der Rechnungsabschluss 2025 des Landes Burgenland fällt deutlich besser aus als geplant: Der Nettofinanzierungssaldo liegt um 39 Millionen Euro günstiger als veranschlagt, der Landeshaushalt weist eine positive operative Gebarung von 42,6 Millionen Euro aus. Das gab Landeshauptmann und Finanzreferent Hans Peter Doskozil am Donnerstag, 22. Oktober 2026, im Burgenländischen Landtag bekannt. Zugleich bestätigte die Ratingagentur Standard & Poor’s die Bonität des Landes mit AA und unverändertem Ausblick.
Doskozil: „Sparen, ohne bei den Leistungen zu kürzen“
Der Rechnungsabschluss 2025 wurde dem Landtag zur Behandlung zugeleitet. Die internationale Ratingagentur Standard & Poor’s hat in einem kürzlich durchgeführten Review die Bewertung des Burgenlandes mit AA und Ausblick unverändert gelassen. Für Doskozil sind diese Ergebnisse eine wichtige Grundlage für den 2026 eingeschlagenen Konsolidierungskurs: „Wir haben uns klare Ziele gesetzt und setzen diese konsequent um. Und wir haben gezeigt, dass man bei den eigenen Ausgaben sparen kann, ohne bei den Leistungen für die Menschen zu kürzen.“
Die Zahlen des Rechnungsabschlusses 2025
Der Nettofinanzierungssaldo verbesserte sich gegenüber dem Voranschlag um 39 Millionen Euro auf minus 174,2 Millionen Euro. Im laufenden Haushalt blieb ein Plus von 42,6 Millionen Euro (Saldo 1 gemäß VRV 2015). Damit wurde bereits 2025 jene Zielsetzung erreicht, die das Haushaltsstabilitätsgesetz ab 2026 verbindlich vorsieht. Ab 2027 ist ein operativer Überschuss von mindestens fünf Prozent vorgesehen.
Auch bei den Verwaltungsausgaben wurde gespart: Der Sachaufwand wurde seit 2022 um rund 24 Prozent auf 112 Millionen Euro reduziert.
Schuldenabbau und Verschuldungsobergrenze
Das Haushaltsstabilitätsgesetz legt ab 2027 eine Verschuldungsobergrenze von 600 Millionen Euro fest, ausgenommen ist der Gesundheitsbereich. Doskozil: „Wir haben heuer bereits mehr als 100 Millionen Euro an Schulden getilgt, werden 2026 keine zusätzlichen Landesschulden aufnehmen und die angepeilte Verschuldungsobergrenze von 600 Millionen Euro sogar unterschreiten.“
Ein Rechnungsabschluss bestehe nicht aus einer einzigen Zahl, so der Landeshauptmann: „Wir haben besser abgeschlossen als geplant und gleichzeitig in Gesundheit, Pflege, Gemeinden und Infrastruktur investiert – trotz Corona, Inflation und internationaler Krisen. Jetzt müssen wir weiter Schulden abbauen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Menschen auch in Zukunft gut versorgt sind.“
Landesholding: Schulden und Vermögenswerte gemeinsam betrachten
Bei den Schulden müsse man zwischen dem Land und seinen Unternehmen unterscheiden. Das Burgenland hat seine Beteiligungen unter dem Dach der Landesholding zusammengeführt, wodurch auch die Schulden dieser Unternehmen klar ausgewiesen sind. Ihnen stehen laut Land Vermögenswerte gegenüber, die höher sind als die Schulden. „Entscheidend ist, was den Schulden gegenübersteht und wie die Rückzahlung funktioniert“, erklärte Doskozil.
So wird der Ausbau der Sonnentherme Lutzmannsburg aus den Einnahmen des Betriebs zurückgezahlt, im sozialen Wohnbau erfolgt die Rückzahlung langfristig über die Mieten. Eine gemeinsam mit Burgenland Energie gegründete Projektgesellschaft für Windkraft und Photovoltaik finanziert Investitionen von mehr als einer Milliarde Euro bei einer Eigenkapitalquote von rund 30 Prozent. Über eine vertraglich vereinbarte Option könnte das Land diese Werte künftig nutzen – damit wäre laut Doskozil auch die Finanzierung des geplanten Krankenhauses Gols möglich.
2,6 Milliarden Euro an Unterstützungsleistungen seit 2021
Seit 2021 wurden Unterstützungsleistungen für Bevölkerung und Wirtschaft von insgesamt 2,6 Milliarden Euro erbracht. Die Sozialausgaben stiegen im selben Zeitraum um rund 80 Prozent auf 440 Millionen Euro. Die Gemeinden erhielten allein 2025 insgesamt 116,7 Millionen Euro. Seit 2020 flossen zudem 436 Millionen Euro in den Ausbau und die Erhaltung von Landeseigentum (ohne Landesholding), weitere 177 Millionen Euro wurden als Wohnbauförderungsdarlehen ausbezahlt.
Gemeinden und Gesundheit im nächsten Finanzausgleich
Beim nächsten Finanzausgleich fordert Doskozil vor allem mehr Geld für die Gemeinden und die Gesundheitsversorgung. Das Land werde die Gemeinden weiterhin bei ihren laufenden Aufgaben und wichtigen Bauvorhaben wie Feuerwehrhäusern, Kindergärten und Schulen unterstützen; nach der intensiven Investitionsphase müsse jedoch eine Phase der Stabilisierung folgen. „Eine Burgenländerin oder ein Burgenländer darf bei der Verteilung der Bundesmittel nicht weniger wert sein“, so Doskozil.
Auch die Finanzierung der Spitäler müsse langfristig gesichert werden. Entscheidend sei, dass tatsächlich erbrachte Leistungen entsprechend abgegolten werden – insbesondere bei Gastpatientinnen und Gastpatienten. Hier verwies Doskozil auf die gemeinsame Linie mit Wien: „Das Geld muss der Leistung folgen. Sonst wird die Finanzierung der Spitäler auf Dauer nicht funktionieren.“ Für ihn sei klar: „Die Gesundheitsversorgung der Menschen muss langfristig gesichert sein.“
Mehr zum Thema auf B24: Burgenland stärkt Gemeinden mit 33,65 Millionen Euro · LH Doskozil präsentierte Regierungsprogramm · Zweites MRT für Barmherzige Brüder Eisenstadt
Quelle: Landesmedienservice Burgenland
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
Mehr Aktuelles aus dem Burgenland gibt’s hier, jetzt auf B24 entdecken!
Autor
Das könnte Dich auch interessieren

