Neues Herzkatheterlabor in Eisenstadt: Biplane Technik stärkt Herzversorgung im Nordburgenland
EISENSTADT – Neue Räumlichkeiten, moderne Medizintechnik, optimierte Abläufe und ein erweitertes Leistungsspektrum: Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt hat sein Herzkatheterlabor umfassend erweitert. Herzstück ist eine neue biplane Herzkatheteranlage, die präzisere Diagnostik und komplexe Eingriffe ermöglicht. Damit können Patientinnen und Patienten auch bei steigenden Fallzahlen noch zeitnaher untersucht und behandelt werden.
Doskozil: „Rechtzeitig die notwendigen Kapazitäten schaffen“
Die Kardiologie zählt zu den wesentlichen medizinischen Schwerpunktbereichen des Eisenstädter Schwerpunktkrankenhauses. Bei einem Lokalaugenschein machte sich Landeshauptmann Hans Peter Doskozil persönlich ein Bild von den neuen Räumlichkeiten, der modernen Medizintechnik und den erweiterten Möglichkeiten in der kardiologischen Versorgung. Die Investition reagiert auch auf die steigenden Patientenzahlen und die zunehmende Zahl chronischer und akuter Herzerkrankungen.
„Mit dem neuen Herzkatheterlabor stärken wir die kardiologische Versorgung im Nordburgenland ganz konkret. Gerade bei Herzerkrankungen ist entscheidend, dass die Menschen rasch Zugang zu moderner Diagnostik und Behandlung haben und dafür keine weiten Wege in Kauf nehmen müssen. Die steigenden Patientenzahlen zeigen, wie wichtig es ist, rechtzeitig die notwendigen Kapazitäten zu schaffen und medizinisch auf dem neuesten Stand zu bleiben“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
Holding Area: Kurze Wege von der Aufnahme bis zur Nachsorge
Der Bereich des Herzkatheterlabors wurde baulich erweitert und neu gestaltet. Ein eigener Aufnahme- und Nachsorgebereich mit vier Bettenpositionen – die sogenannte Holding Area – ermöglicht es, Patientinnen und Patienten direkt vor Ort auf die Untersuchung vorzubereiten und anschließend zu betreuen. Der gesamte Angiographie-Bereich ist als geschlossene Einheit konzipiert. Kurze Wege zwischen Vorbereitung, Untersuchungsraum und Nachsorge unterstützen effiziente Abläufe und ermöglichen dem Behandlungsteam, rasch auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten zu reagieren.
Biplane Anlage: Weniger Kontrastmittel, weniger Strahlung
Die neue biplane Herzkatheteranlage ermöglicht gleichzeitig Röntgenaufnahmen aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln. Dadurch können komplexe Strukturen präziser dargestellt und Eingriffe effizienter durchgeführt werden. Für zwei Aufnahmen reicht eine einzige Kontrastmittelinjektion. Das reduziert die benötigte Kontrastmittelmenge und schont insbesondere die Nieren – besonders wichtig bei Patientinnen und Patienten mit Niereninsuffizienz. Auch die Strahlenbelastung für Patientinnen und Patienten sowie das medizinische Personal kann durch die optimierten Abläufe reduziert werden.
„Die neue Technologie ermöglicht nicht nur eine hohe diagnostische Präzision, sondern unterstützt auch eine möglichst schonende Behandlung. Gerade bei akuten Eingriffen, bei denen Zeit ein entscheidender Faktor ist, bietet die biplane Technik Vorteile“, erklärt Univ.-Prof. Prim. Dr. Rudolf Berger, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin I. „Ziel ist immer, die Belastung für die behandelten Personen so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig eine maximal wirkungsvolle Therapie zu bieten“, ergänzt Berger.
Breites Spektrum von Diagnostik bis Therapie
Das neu errichtete Herzkatheterlabor deckt ein breites Spektrum der interventionellen Kardiologie ab. Bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße stehen neben der klassischen Koronarangiographie unter anderem Druckdrahtmessungen zur Beurteilung von Gefäßverengungen sowie intravaskulärer Ultraschall und optische Kohärenztomographie zur Verfügung. Ist eine Behandlung erforderlich, kann diese vielfach unmittelbar im Herzkatheterlabor erfolgen: Verengungen der Herzkranzgefäße werden etwa mittels Ballonaufdehnung und Stentimplantation behandelt, für stark verkalkte Gefäße stehen verschiedene spezialisierte Verfahren bereit.
Zum Angebot gehören außerdem Behandlungen struktureller Herzerkrankungen bei bestimmten Herzklappen- und Vorhofproblemen – etwa mit dem MitraClip- und dem TriClip-Verfahren – sowie Rechtsherzkatheteruntersuchungen. Ein weiterer Schwerpunkt sind Eingriffe bei Herzrhythmusstörungen: Elektrophysiologische Untersuchungen sowie Ablationen bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern werden sukzessive ausgebaut. Ergänzt wird das Angebot durch Schrittmachertherapien und Nierenarterienablationen. Das Spektrum reicht damit von der Akutversorgung bei akuten Koronarsyndromen über die Versorgung elektiver Patientinnen und Patienten bis hin zu komplexen Eingriffen.
Live-Dosimeter für besseren Strahlenschutz
Auch der Strahlenschutz für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurde weiterentwickelt. Das medizinische Personal ist mit Live-Dosimetern ausgestattet, die während interventioneller Eingriffe unmittelbares Feedback über die aktuelle Strahlenbelastung geben. So können Arbeitsabläufe sofort angepasst und die Exposition weiter reduziert werden.
„Mit der Errichtung dieses Herzkatheterlabors wurden Voraussetzungen geschaffen, um auch bei steigenden Fallzahlen eine hochwertige und zeitnahe kardiologische Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig wurden die räumlichen und organisatorischen Bedingungen für Patientinnen und Patienten sowie das Behandlungsteam verbessert“, sagt Krankenhausdirektor Robert Maurer.
Ausbau der wohnortnahen Gesundheitsversorgung
Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt baut sein Angebot derzeit laufend aus: Erst vor wenigen Tagen wurde das zweite MRT mit 3-Tesla-Technologie vorgestellt, Anfang 2025 ging das neue Zentrallabor in Betrieb. Auch die erste Herzchirurgie des Landes war ein wichtiger Schritt für die Herzmedizin im Burgenland.
„Eine moderne Gesundheitsversorgung und ihr weiterer Ausbau erfordern entsprechende finanzielle Mittel. Aber für uns ist klar: Wir lassen uns nicht davon abbringen, der burgenländischen Bevölkerung die bestmögliche medizinische Versorgung anzubieten – wohnortnah, auf höchstem medizinischem Niveau und in allen Teilen des Landes. Genau dafür investieren wir in unsere Standorte und bauen das medizinische Angebot konsequent weiter aus“, so Doskozil abschließend.
Quelle: Landesmedienservice Burgenland
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
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