Digitales Gemeindepaket: Land Burgenland unterstützt alle 171 Gemeinden bei IT, Website und Verwaltung
EISENSTADT – Das Land Burgenland unterstützt seine Gemeinden mit einem neuen „Digitalen Gemeindepaket“ bei Verwaltung, IT-Sicherheit und Webauftritt. Das kostenlose Service steht allen 171 Gemeinden zur Verfügung und umfasst ein Infrastruktur- und Leerstandsmanagement, ein Websitepaket sowie die Verdoppelung der Internet-Bandbreite. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Leonhard Schneemann haben das Paket am 30. Oktober 2026 präsentiert.
Dokumentationspflicht, Barrierefreiheit, Datenschutz und IT-Sicherheit: Die Aufgaben im digitalen Bereich wachsen und beschäftigen Burgenlands Gemeinden zunehmend. Einheitliche IT-Lösungen sollen die Kommunen künftig entlasten und eine Senkung der Betriebskosten ermöglichen. Mit dem Websitepaket ist das Burgenland Vorreiter in Österreich: Alle Gemeinden können die barrierefreie, DSGVO-konforme und sichere Infrastruktur des Landes nutzen. Für die Bürgerinnen und Bürger soll es zudem leichter werden, Förderungen zu beantragen.
Doskozil: „Unsere Gemeinden zukunftsfit machen“
„Wir leisten damit einen Beitrag, unsere Gemeinden zukunftsfit zu machen. Die Herausforderungen bei Digitalisierung, Datenschutz und Sicherheit sind für kleine und große Gemeinden die gleichen. Mit dem ‚Digitalen Gemeindepaket‘ bieten wir den 171 Kommunen ein fundiertes Werkzeug an, damit nicht jede Gemeinde ihre eigenen Lösungen in diesem Bereich selbst entwickeln muss“, betont Landeshauptmann Hans Peter Doskozil.
Neun von zehn burgenländischen Gemeinden haben weniger als 1.200 Einwohnerinnen und Einwohner und oft nur wenige Verwaltungskräfte. „Das ‚Digitale Gemeindepaket‘ spart den Gemeinden nicht nur wertvolle Arbeitszeit, sondern hilft auch, Kosten zu reduzieren. Die Erfahrungen der ersten Gemeinden, die bereits mit diesem System arbeiten, zeigen eindeutig: Ob Infrastruktur, moderner Webauftritt oder mehr Bandbreite – die gemeinsame digitale Lösung bringt einen enormen Mehrwert für den Verwaltungsalltag und schafft Sicherheit für die Zukunft“, hebt Landesrat Leonhard Schneemann hervor.
Infrastrukturmanagement: ein einheitlicher Standard
Auf einer zentralen Softwareplattform verwalten die Gemeinden ihre kommunale Infrastruktur über den gesamten Lebenszyklus – darunter Straßen, Kanal, Wasser, Beleuchtung und Spielplätze. Alle Gemeinden erhalten damit einen einheitlichen Standard für Anwendung, Daten und Technologie, unabhängig von Größe und Finanzkraft. Im Paket enthalten ist auch der Einstieg: Die Digital Burgenland GmbH übernimmt die bestehenden Daten und schult die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinden ein.
Die Finanzierung umfasst neben der Einführung auch Betrieb und Weiterentwicklung. Rund 20 Gemeinden arbeiten bereits mit dem System. Zu den Vorteilen zählen die lückenlose digitale Dokumentation der kommunalen Infrastruktur, eine bessere Planbarkeit von Personal, Budget und Investitionen sowie der mobile Zugriff direkt vom Bauhof oder von der Baustelle aus.
Leerstandsmanagement: Ortskerne beleben
Leerstehende Gebäude und ungenutzte Flächen werden ebenfalls zentral in der Softwareplattform verwaltet. Vorhandene Daten aus öffentlichen Registern werden übernommen und bei Bedarf gezielt ergänzt. So können Gemeinden mit geringem Aufwand Leerstände aktivieren, Ortskerne beleben und verfügbare Gewerbeflächen für Betriebe sichtbar machen. Gleichzeitig entsteht ein landesweiter Überblick über verfügbare Immobilien und Grundstücke – als Grundlage für Regionalentwicklung und Standortmarketing.
Websitepaket: Gemeindeseiten auf burgenland.at-Standard
Gemeindewebsites können künftig an das System von burgenland.at angebunden werden und übernehmen dessen Standards bei Barrierefreiheit, Datenschutz und Sicherheit. Die Daten bleiben in der Hand der Gemeinden, Kosten für Programmierung und Wartung fallen keine an. Die Umsetzung startet mit zehn Pilotgemeinden, die ersten Websites gehen im Frühjahr 2027 online. Interessierte Bürgermeisterinnen und Bürgermeister können sich bei der Digital Burgenland GmbH unter office@digital-burgenland.at melden.
Laut einer Analyse mehrerer Gemeindewebsites würde die Neuerstellung einer sicheren Website pro Gemeinde rund 10.000 Euro kosten – abhängig von Größe und benötigten Funktionen. Das Land stellt allen Gemeinden ein sicheres, wartungsarmes und einfach nutzbares Website-System kostenlos zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil: Sicherheitsmaßnahmen, etwa bei kritischen Sicherheitslücken, können künftig zentral und gleichzeitig für alle angebundenen Gemeinden umgesetzt werden, ohne dass jede Gemeinde selbst reagieren oder einen eigenen Dienstleister beauftragen muss.
Doppelte Internet-Bandbreite ab Jänner 2027
Ab 1. Jänner 2027 erhalten die Gemeinden und Pflichtschulen die doppelte Internet-Bandbreite zu unveränderten Konditionen. Alle Bausteine werden sicher in den Rechenzentren von Digital Burgenland im Nord- und Südburgenland betrieben. Die Daten der Gemeinden bleiben damit innerhalb der Infrastruktur des Landes und werden nach hohen Sicherheitsstandards geschützt. Die gemeinsamen Services greifen bereits heute auf bestehende Register von Bund und Land zurück.
KI-Chatbot für einfachere Förderanträge
Auch für die Bevölkerung baut das Land sein digitales Service aus: Ab Frühling 2027 soll ein KI-Chatbot die Beantragung von Landesförderungen einfacher machen. Er beantwortet Fragen zu Förderungen rund um die Uhr und unterstützt bei der Antragstellung.
Alle Gemeinden werden mit 30. Oktober 2026 schriftlich über das „Digitale Gemeindepaket“ informiert. In der kommenden Woche stellt Digital Burgenland gemeinsam mit dem Softwarepartner das Infrastruktur- und Leerstandsmanagement in einem Online-Termin vor. Webinaranmeldungen und nähere Informationen zum Websitepaket gibt es direkt bei der Digital Burgenland GmbH unter +43 (0) 2682 63881-0 oder office@digital-burgenland.at.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (links im Bild) und Landesrat Leonhard Schneemann präsentieren das Digitale Gemeindepaket des Landes. Foto: Landesmedienservice Burgenland
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Quelle: Landesmedienservice Burgenland
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
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