Bodensymposium in Raiding: Burgenland tritt Bodenbündnis bei
RAIDING – Wie kann aktiver Bodenschutz gelingen? Dieser Frage widmet sich das zweite Burgenländische Bodensymposium, das heute, Mittwoch, 4. November 2026, im Lisztzentrum Raiding stattfindet. Unter dem Motto „Wie kann aktiver Bodenschutz gelingen? Von der Theorie zur Praxis“ bringt Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Raumplanung und Praxis mit Vertreterinnen und Vertretern von Gemeinden, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Ein besonderer Höhepunkt: Das Land Burgenland tritt dem Bodenbündnis bei.
Im Mittelpunkt stehen konkrete Lösungsansätze für den Schutz der Bodengesundheit, eine nachhaltige Flächennutzung und die Entsiegelung. „Gesunde Böden sind unsere Lebensgrundlage. Sie sichern unsere Ernährung, speichern Wasser, schützen die Artenvielfalt und helfen uns, mit den Folgen der Klimakrise umzugehen. Wir wissen heute sehr viel darüber, warum Bodenschutz notwendig ist. Jetzt geht es darum, dieses Wissen in die Praxis zu bringen und gemeinsam konkrete Lösungen für das Burgenland zu entwickeln“, betont Haider-Wallner.
LH-Stv.in Anja Haider-Wallner mit den Vortragenden (v.l.): Anna Tomic (FiBL), Franz Grötschl (Landwirt in Lackendorf), LH-Stv.in Anja Haider-Wallner, Franz Rösl (IG Gesunder Boden e.V.), Walter Fitz (Verein Bodenfreiheit) und Arthur Kanonier (TU Wien) im Lisztzentrum Raiding. Foto: Landesmedienservice Burgenland
Böden unter Druck durch Trockenheit und Versiegelung
Das Burgenland ist besonders stark von den Folgen des Klimawandels betroffen. Längere Trockenperioden und zunehmende Starkregenereignisse setzen Böden unter Druck. Gleichzeitig gehen durch Verbauung und Versiegelung wertvolle Bodenfunktionen verloren. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Ressource Boden ist daher eine zentrale Aufgabe für Landwirtschaft, Gemeinden und Politik.
Fachvorträge und Praxisbeispiele
Das Symposium startet mit Fachvorträgen zu den Zusammenhängen zwischen Bodengesundheit und menschlicher Gesundheit sowie zum Beitrag der biologischen und regenerativen Landwirtschaft. Weitere Impulse widmen sich dem Bodenschutz in der Raumplanung und den Möglichkeiten, Flächen zu entsiegeln und klimafit zu gestalten.
Zu den Vortragenden zählen Franz Rösl vom Verein IG Gesunder Boden, Anna Tomic vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), der Landwirt Franz Grötschl aus Lackendorf, Arthur Kanonier von der TU Wien sowie Walter Fitz vom Verein Bodenfreiheit.
„Bodenschutz beginnt nicht erst bei großen politischen Entscheidungen. Er beginnt auch damit, wie wir unsere Felder bewirtschaften, wie wir unsere Ortskerne gestalten und wie wir mit bereits verbauten Flächen umgehen. Die Beispiele aus der Praxis zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, den Umgang mit Boden positiv zu verändern“, so Haider-Wallner.

„Werkstatt Boden“: Gemeinsam Lösungen für das Burgenland entwickeln
Am Nachmittag steht die interaktive „Werkstatt Boden“ auf dem Programm. In drei Arbeitsgruppen – Bodenschutz in der Landwirtschaft, Bodenschutz im Siedlungsbereich sowie Bodenschutz in Politik und Gesellschaft – erarbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit Fachleuten konkrete Maßnahmen für das Burgenland. Die Ergebnisse werden anschließend präsentiert und sollen in die weitere Arbeit des Landes einfließen.
„Mir ist wichtig, dass wir nicht nur über Bodenschutz reden, sondern gemeinsam ins Tun kommen. Nur so können wir die vielfältigen Herausforderungen bewältigen. Die Erfahrungen aus der Landwirtschaft und den Gemeinden sind dabei genauso wertvoll wie wissenschaftliche Erkenntnisse. Wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir viel bewegen“, sagt Haider-Wallner.
Haider-Wallner: „Bodenschutz ist unsere gemeinsame Verantwortung“
Ein weiterer Schwerpunkt des Symposiums ist der Beitritt des Landes Burgenland zum Bodenbündnis. Das europäische Netzwerk verbindet Gemeinden und Regionen, die sich zu einem nachhaltigen Umgang mit Böden bekennen und Bodenschutz aktiv in ihrer Entwicklung verankern.
„Mit dem Beitritt setzen wir ein klares Zeichen: Bodenschutz ist unsere gemeinsame Verantwortung. Wir wollen das Bewusstsein für den Wert unserer Böden stärken und Gemeinden dabei unterstützen, konkrete Maßnahmen vor Ort umzusetzen“, betont Haider-Wallner.
Boden-Kino zum Abschluss: „KERNSTÜCK“
Den Abschluss des Veranstaltungstages bildet um 18 Uhr das Boden-Kino mit dem Film „KERNSTÜCK – Ortskernrettung und Bodenschutz in Gemeinden“ des Klima-/Bodenbündnisses Österreich. Der Film zeigt anhand von Beispielen aus österreichischen Gemeinden, wie Ortskernbelebung, Bodenschutz und Klimaanpassung Hand in Hand gehen können.
Weitere Informationen zum zweiten Burgenländischen Bodensymposium gibt es auf der Website des Landes Burgenland.
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Quelle: Landesmedienservice Burgenland
Bildquelle: Landesmedienservice Burgenland
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